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SV Saalespringer Halle I: Gelungener Saisonstart der Ersten in Magdeburg

20261011 Saalespringer1Unsere Jüngsten Lyonel Jensch und Marten Lischka Im Fight gegen SK Dessau 93 (Foto: Reyk Schäfer)Der Oktober ist da, die Saison auf Landesebene läuft bereits – nun starteten am vergangenen Wochenende auch die überregionalen Ligen. Damit ging es für die erste Mannschaft der Saalespringer in der 2. Oberliga Ost A endlich wieder ans Brett. Für mich ist es die erste Saison als Mannschaftsleiter. Unser Ziel ist ein möglichst entspannter Klassenerhalt. Die Liga verspricht dabei einiges an Spannung: Lediglich Löberitz und der Erfurter SK dürften sich in der Favoritenrolle sehen und den Aufstieg wohl unter sich ausmachen. Wer es genauer wissen möchte, findet auf der Homepage der Löberitzer sogar detaillierte Analysen und ein Liga-Orakel:

https://www.sg1871loeberitz.de/turniere/oberliga/oloa.htm

Mit einer jungen Mannschaft wollten wir am ersten Wochenende in Magdeburg gegen Aufbau Elbe Magdeburg II und den SK Dessau 93 punkten.

Samstag: Aufbau Elbe Magdeburg II – SV Saalespringer Halle I

Die Samstagsrunde bescherte und den Gastgeber als Gegner. Da beide Mannschaften aufgrund der Deutschen Ländermeisterschaft der Schachjugend (etwas) ersatzgeschwächt antraten, war auf dem Papier ein ausgeglichener Mannschaftskampf zu erwarten. 

Nach den ersten zwei Stunden waren auf den meisten Brettern spannende Mittelspielstellungen entstanden. Während Marten an Brett 8 in der modernen Wiener Partie früh unter Druck geriet, hatten sich bei Gustav und Maksym sowie auch an meinem Brett zwischenzeitlich vielversprechende Stellungen ergeben. Die ersten Entscheidungen ließen nicht lange auf sich warten.

Tom hielt mit Schwarz gegen Vilen Rafayevych zunächst problemlos mit. Im weiteren Verlauf bekam Weiß etwas Druck, doch im Endspiel mit weißem Läuferpaar einigte man sich alsbald auf Remis.

Kurz darauf folgte mein eigenes Remis: Eine zunächst angenehme Eröffnungsstellung war durch ein geschicktes Manöver meines Gegners ausgeglichen worden und drohte sogar leicht zu kippen. Sein Remisangebot kam daher gelegen.

Auch Felix spielte eine solide Schwarzpartie und erreichte ohne größere Schwierigkeiten ein ausgeglichenes Endspiel. Mehr war dort kaum herauszuholen, sodass auch diese Partie friedlich endete.

Dann gab es Grund zur Freude: Gustav brachte uns mit einer überzeugenden Weißpartie im geschlossenen Sizilianer in Führung. Schritt für Schritt baute er seine Stellung aus und verwertete seinen Vorteil souverän – eine starke Leistung!

Damit lag unser Oberhaus knapp vorn. Würden die hinteren Bretter den Vorsprung ins Ziel bringen?

Bei Maksym sah es zunächst durchaus vielversprechend aus. Nach entgegengesetzten Rochaden im Französischen entwickelte sich eine scharfe Angriffsschlacht. Weiß stand besser, doch die Stellung war alles andere als einfach. Leider fand Maksym weder die gewinnträchtige Fortsetzung noch das mögliche Dauerschach. Stattdessen konnte Jens Windelband zum Gegenangriff übergehen und seinen Angriff schließlich erfolgreich abschließen. Aus unserer Sicht ein bitterer Wendepunkt.

Karl hatte derweil eine ruhige Partie auf dem Brett, in der er mit Schwarz sicher ausglich. Trotz eines zwischenzeitlichen Zeitvorteils von über 30 Minuten war in der Stellung nicht mehr viel herauszuholen. Das Remis war folgerichtig.

Marten konnte sich nach den Schwierigkeiten aus der Eröffnung leider nicht mehr zurückkämpfen. Er wehrte sich lange und hielt bis in die vierte Spielstunde hinein durch, doch der weiße Vorteil erwies sich als zu groß.

So ruhte unsere Hoffnung auf Johannes. Gegen Saskia Teucher hatte er sich an Brett 7 eine aussichtsreiche Stellung erarbeitet. In beiderseitiger Zeitnot gewann er einen Bauern und setzte den schwarzen König weiter unter Druck. Doch kurz vor der Zeitkontrolle kam der Rückschlag: Johannes verrechnete sich in einer Mattkombination. Die beiden geopferten Bauern reichten nicht zum Erfolg – stattdessen übernahm Saskia die Initiative und brachte den Vorteil sicher nach Hause.

Damit stand am Ende eine knappe 3:5-Niederlage. Das Ergebnis war etwas ernüchternd, weil wir zwischenzeitlich gute Chancen hatten. Gleichzeitig zeigten mehrere Partien, dass wir in dieser Liga mithalten können.

SG AE Magdeburg II – SV Saalespringer Halle 5:3

Einzelergebnisse:

Brett

SG AE Magdeburg II

DWZ/Elo

Ergebnis

DWZ/Elo

SV Saalespringer Halle

1

FM Florian Armbrust

2217

½ : ½

2297

FM Gedeon Hartge

2

Vilen Rafayevych

2169

½ : ½

2215

FM Dr. Thomas Höpfl

3

Johannes Julius Petzold

1993

0 : 1

2092

Gustav Polzin

4

Dr. Marco König

2068

½ : ½

2136

Felix Schulte

5

Jens Windelband

2048

1 : 0

2003

Maksym Perekhozhuk

6

Frank Willberg

1895

½ : ½

2012

Karl-Simon Altstadt

7

Saskia Teucher

2020

1 : 0

1831

Johannes Knüpfer

8

Anton Pflug

1974

1 : 0

1709

Marten Lischka

Nun blieb die Frage, ob wir uns am Sonntag gegen den SK Dessau 93 für den engagierten Auftritt belohnen würden.

Sonntag: SV Saalespringer Halle I – SK Dessau 93 4½:3½

Auf dem Papier lag die Favoritenrolle leicht bei der Gastmannschaft aus Dessau. Unser am Sonntag sogar noch einmal verjüngtes Team war jedoch hochmotiviert, die ersten Mannschaftspunkte der Saison einzufahren.

Nach etwas mehr als einer Stunde gab es bereits den ersten Paukenschlag: Maksym hatte seine Französisch-Variante vom Vortag offenbar noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Gegen unseren Freund und ehemaligen Vereinskollegen Jürgen Luther gelang ihm eine überzeugende Angriffspartie. Mit dem Figurenopfer Lf6 leitete Maksym eine sehenswerte taktische Kombination ein, gegen die Jürgen schließlich kein Mittel mehr fand. Ein starker Auftakt!

Wenig später legte Tom nach. Ganz ohne Glück ging es allerdings nicht: Seine Stellung hatte sich zwischenzeitlich zugunsten von Schwarz entwickelt. Doch Tom hatte den taktischen Schlag von Toni Schäfer vorausgesehen und konterte seinerseits, sodass er am Ende eine Figur gewinnen konnte. Damit stand es 2:0 für uns.

An den übrigen Brettern war der Ausgang noch offen. Konnten wir die Führung nutzen und den Mannschaftssieg nach Hause bringen?

Den nächsten vollen Punkt steuerte Maik bei. In einer ansehnlichen Königsindisch-Partie erwies sich Harald Mattheys Doppelbauer auf der a-Linie als Schwäche. Maik nutzte zudem eine Gabeldrohung, um entscheidendes Material einzusammeln, und brachte den Sieg souverän ins Ziel. Eine überzeugende Weißpartie unseres Edel-Jokers!

Gustav hatte unterdessen eine wilde Partie auf dem Brett. Nach einem etwas unorthodoxen Eröffnungsverlauf gerieten beide Damen früh ins Geschehen. Zwischenzeitlich wurde es noch einmal kritisch, doch Gustav fand schließlich den Weg in eine Schaukel und sicherte das Remis. Damit krönte unser Youngster sein gelungenes Wochenende.

Kurz darauf konnte ich den Deckel draufmachen. Gegen unser zweites ehemaliges Vereinsmitglied, Michael Becker, entstand aus einer Französisch-Nebenvariante ein Königsindischer Aufbau mit vertauschten Farben. Im Mittelspiel gewann ich einen Bauern und konnte den Vorteil im weiteren Verlauf recht souverän verwerten.

Damit stand es nach nicht einmal vier Stunden 4½:½ – der Mannschaftssieg war uns bereits sicher!

An den übrigen drei Brettern wurde noch hart gekämpft. Karl hatte mit Schwarz eine starke Partie gespielt und sich einen vielversprechenden Königsangriff erarbeitet. Nach dem Abtausch wichtiger Figuren entstand jedoch ein Endspiel, in dem sich das Blatt noch wendete. Schade, denn zwischenzeitlich hatte es sehr gut für ihn ausgesehen.

Marten musste bereits in der Eröffnung viel Bedenkzeit investieren und geriet unter Druck. Im weiteren Verlauf konnte er sich jedoch gut aus der Umklammerung von Volodymyr Ozeran befreien, sodass die Partie zwischenzeitlich wieder ausgeglichen wirkte. Ein späterer Fehler – wohl auch der Zeitnot geschuldet – ermöglichte Weiß schließlich den entscheidenden Durchbruch.

Besonders spannend war das Debüt unseres Jüngsten (jemals?!): Mit gerade einmal elf Jahren trat Lyonel an Brett 8 erstmals für unsere Erste an. Gegen den erfahrenen Dessauer Altmeister Iziaslav Leibovitch hielt er lange gut mit und hatte zwischenzeitlich sogar aussichtsreiche Möglichkeiten. Leider blieben diese ungenutzt, sodass sich am Ende die Erfahrung durchsetzte. Dennoch war es ein bemerkenswerter Einstand, aus dem Lyonel einiges mitnehmen kann.

So stand am Ende ein 4½:3½ gegen unsere Dessauer Freunde – ein knapper Endstand, obwohl der Mannschaftssieg bereits früh feststand.

SV Saalespringer Halle – SK Dessau 93 4½:3½

Brett

SV Saalespringer Halle

DWZ/Elo

Ergebnis

DWZ/Elo

SK Dessau 93

1

FM Gedeon Hartge

2297

1 : 0

2248

FM Michael Becker

2

FM Dr. Thomas Höpfl

2215

1 : 0

1886

Toni Schäfer

3

Gustav Polzin

2092

½ : ½

2142

Ralf Schubert

4

Maksym Perekhozhuk

2003

1 : 0

2099

CM Juergen Luther

5

Karl-Simon Altstadt

2012

0 : 1

2085

Rainer Erler

6

Maik Hartwig

1943

1 : 0

2107

FM Harald Matthey

7

Marten Lischka

1709

0 : 1

2094

Volodymyr Ozeran

8

Lyonel Jensch

1790

0 : 1

2094

Dr. Iziaslav Leibovitch

Mit einem Sieg aus den ersten beiden Begegnungen ist uns ein ordentlicher Saisonstart gelungen. Während am Samstag gegen Magdeburg noch etwas Zählbares fehlte, konnten wir uns am Sonntag für unseren Einsatz belohnen. Dabei punktete vor allem unser Oberhaus, aber auch von den hinteren Brettern kamen wichtige Punkte.

Unsere jüngeren Spieler an den hinteren Brettern mussten zwar noch etwas Lehrgeld zahlen, haben sich aber keineswegs versteckt und den erfahrenen Gegnern einiges abverlangt. Auf dieser Leistung können wir aufbauen und blicken optimistisch auf die kommenden Runden. Weiter geht es am 15. November mit der Einzelrunde gegen unseren Reisepartner aus Löberitz im Stadion Halle-Neustadt. Wir freuen uns auf diese Herausforderung!